Flauschis verdrehte Welt

16. März 2009

Böse Spiele – Part 2!

Filed under: RL, Spiele — Schlagwörter: , , , — Meow @ 11:10

Unreal Tournament, Unreal Tournament 2003 & 2004, Quake 3 Arena, Tribes 2, Half Life, Half Life 2, Counter Strike: Source, Team Fortress 2, Farcry 1 & 2, Grand Theft Auto 1-4, Crysis, Battlefield 1942, Battlefield 2, Call of Duty 5, Medal of Honor, Doom 3, Star Wars Republic Commando, Soldier of Fortune… und das war nur eine Auswahl der bösen Spiele die ich besitze und mit freuden zocke.

Wenn man sich die Liste so anguckt bin ich wohl im Augen vieler Politiker ein schwerverbrecher und höchstkriminell allein weil ich diese Spiele besitze… naja, sie hättens gerne.

Heute Morgen als ich eine unserer Gratiszeitungen durchgeblättert habe ist mir ein kleiner Artikel aufgefallen:
Verein gegen Killergames
BERN. Am 29. April wird in Bern die Vereinigung gegen mediale Gewalt gegründet. Dieser Akt ist eine Reaktion auf den jüngsten Amoklauf an einer Schule im deutschen Winnenden. Der Täter soll sich mit einem Killerspiel auf das Morden vorbereitet haben. Die Vereinigung gegen mediale Gewalt setzt sich zum Ziel, die Verbreitung von Computergames und Filmen mit grausamen Gewaltszenen einzuschränken. Auch soll die Bevölkerung stärker auf die Killergame-Problematik sensibilisiert werden. So sollen solche Gewalttaten in Zukunft verhindert werden.“
(Quelle: 20 Minuten Ausgabe Bern, 16. März 2009, Seite 9)

Sucht man im Internet nach diesem Verein findet man ein .pdf mit den Statuten des Vereins. Nicht überraschend ist dies auf der Seite des allseits beliebten Roland Näf abgelegt. Roland Näf hat hier bereits einen Media Markt verklagt weil er böse Spiele verkauft. Auch von diesem Mann stammen diese mit Fakten untermauerten und höchst intelligenten Sätze:

„Es gibt einen beängstigenden Zusammenhang zwischen Killerspielen und aggresivem Verhalten.“
(http://www.naefpiera.ch/themen/Rede%20GR%20killerspiele%20presse.pdf)

„(…) erachte ich die Wirkung von Jugendschutz-Verinbarungen wie PEGI als ungenügend, wenn nicht lächerlich“
(http://www.naefpiera.ch/themen/kritische_fragen_und_antworten05_08.pdf)

Nun, auch die Statuten des Vereins beherbergen ein, zwei Schätze:

„Der Verein setzt sich zum Ziel, (…)
– gegen die Verbreitung von Computergames und Filmen mit Darstellungen grausamer Gewalt gesetzlich vorzugehen. (…)
– den Zugang zu Ergebnissen aus der Forschung in Bezug auf die Auswirkungen der Gewalt in Bildschirmmedien zu erleichtern.“
(http://www.naefpiera.ch/vgmg/statuten_VGMG.pdf)

Mir stellt sich schon nur die Frage: Was ist grausame Gewalt? Herr Näf beantwortet dies so: „(…) Erschiessen, Kopfweghauen oder Schädeleinschlagen, Aufspiessen usw.“ (Auch aus seiner Rede)
Schön, also ist WoW auch ein Game mit grausamer Gewalt. Denkt an Schurken, Krieger und Jäger. Oder auch meine Hexe, ich quäle und foltere meine Gegner regelrecht mit meinen brutalen Flüchen!
Schädeleinschlagen -> Mario ist auch ein Gewaltgame! Man muss den Gegnern auf die Rübe hüpfen um sie aus dem Weg zu räumen.

Auch den Zugang zu Forschungsergebnissen hat eine amüsante Note. Ich könnte meinen Arsch verwetten, dass nur die Arbeiten angepriesen werden welche eine Verbindung von Games & Aggressionsverhalten nachweisen wollen. Dass es sehr viele, wenn nicht gar mehr, Studien gibt die das Gegenteil aussagen und meist sogar von angeseheneren Instituten stammen, wird sicherlich bewusst ausser Acht gelassen werden.

Wie es scheint würden diese Leute also gerne ein Verbot von diesen Games sehen.
Völlig ausser Acht gelassen wird hierbei auch der wirtschaftliche Aspekt. Wenn so ein Verbot, wie sie es am liebsten hätten, Weltweit gelten würde, würden tausende Menschen ihre Jobs verlieren.
Auch lustig ist, dass millionen Menschen von einem Tag auf den anderen zu kriminellen werden würden, denn Herr Näf vergleicht das ganze mit Kinderpornographie (sehr intelligenter Vergleich…).

Anstatt die Umsetzung der Alterslimiten mehr zu kontrollieren, wie bei Zigaretten und Alkohol, soll das ganze also verboten werden. Anstatt die Schulen und völlig überforderten Lehrer darauf auszubilden mehr auf Schüler und ihre Probleme einzugehen und die abartige kranke Last die auf jedem Menschen liegt etwas zu entschärfen wird der einfachste Weg begangen (der erst recht nichts bringt…). Anstatt völlig zerrütteten Familien zu helfen… ach was rede ich, die Spiele sind ja eh schuld…

Dass Spiele bei Leuten mit psychischen Probleme, allerhöchstens, unterstützend wirken können streite ich nicht ab. Jedoch haben hier die Spiele absolut nicht die Auslöserfunktion sondern es sind ganz andere Probleme. Probleme die die Politker bekämpfen könnten… aber das würde ja Geld kosten.

Alleine wenn ich sehe wieviele Kinder immer verzogener aus dem Elternhaus kommen und keinen Respekt mehr haben… ich sehe da den Zusammenhang mit aggressivem Verhalten. Wo sind die Werte geblieben die unserer Generation noch mitgegeben wurden?

Ich überlege mir Ernsthaft einen Gegenverein zu gründen. Ja, es gibt schon initiativen in dieser Form, zum Beispiel www.gamingistnotacrime.com
Aber irgendwie muss da doch mehr gehen. Nur, alleine wird das net gehen. Mal schauen🙂

LG
Flausch

8 Kommentare »

  1. Wieso fragt niemand nach dem Zugang zu Schußwaffen für einen 17jährigen? Wie kann ein Kind an 150 Schuß Munition kommen?

    Aber eine Registrierung aller legalen Schußwaffen in Deutschland ist lt. Hr Schäuble ein Eingriff die die Privatsphäre…

    Kommentar von Yitu — 16. März 2009 @ 17:34

  2. Gruß von http://www.Stigma-videospiele.de

    Als ich über diese Zeilen von herrn Näf gestolpert bin ist mir der Atem gestockt:
    „Ganz weg bringen wir das nicht, genausowenig wie Kinderpornografie.”

    „Mit einem Verbot von Killerspielen ist es gleich wie bei Kinderpornografie: Man bringt es nie ganz weg“

    Nochmals beste Grüße aus Süddeutschland.

    amegas

    Kommentar von amegas — 16. März 2009 @ 18:23

  3. @ Yitu
    Amüsant @ Eingriff in die Privatsphäre. Ich sehe es zwar als eine fast schon logische Sache an, dass eine Schusswaffe registriert wird, damit sie einer Person zugeordnet werden kann. Dass das in die Privatsphäre eingreifen soll ist doch recht lustig. Ist also das Autokennzeichen und somit die Registrierung des Autos nicht auch ein Eingriff in die Privatsphäre?
    Nach dem Zugang zur Waffe wird ja zum Glück nun gefragt, der Vater des Jungen wird ja nun von der Polizei doch auch betrachtet.

    @ Amegas
    Herr Näf hat schon öfters sehr zweifelhafte Aussagen zu Shootern und ähnlichen Games gebracht und ich nehme sehr stark an, dass dieser Mann absolut keinen blassen schimmer davon hat. Er sieht nur das Spiel, aber versucht nicht mal das ganze aus der Sicht von uns Gamern zu sehen. Geschweige denn sich mal die Communitys anzusehen.

    Dass diesen Politikern auch nicht auffällt, dass Lan-Partys, auf welchen ja mit Vorliebe Shooter gezockt werden, zu den friedlichsten Veranstaltungen der Welt gehören, verwundert mich daher auch nicht. Sie setzen sich überhaupt nicht damit auseinander…

    LG
    Flausch

    Kommentar von Flauschibüsi — 17. März 2009 @ 09:48

  4. „Ich denke an das Leiden von Kindern, die wegen Kinderpornografie missbraucht werden. Und niemand fordert, dass Kinderpornografie nicht mehr verboten wird. Aber ich sehe in Bezug auf Schmerz und Leiden der Opfer keinen Unterschied zu einem Menschen, dem durch gewalttätige junge Männer das Gehirn eingedrückt wird.“

    Ich finde der Typ da, äh Näf – ja der hat doch wohl voll recht mit dem was er da sagen tut.
    Wer sonst kann beurteilen wieviel Schmerz und Leid es bedeutet wenn einem das Gehirn eingedrückt wurde!

    Kommentar von Altaron — 17. März 2009 @ 16:52

  5. In der Schweiz gibt es als Verein / Forum…

    http://www.gamerights.ch/

    Kommentar von Marc — 29. April 2009 @ 04:37

  6. Hi Flauschi, wie Marc schon bemerkt hat: Die Community gegen Verbote gibt es schon: GameRights!
    Am 2. Mai wird in Zürich ein gleichnamiger Verein gegründet. Neumitglieder sind immer willkommen.

    Kommentar von Thomas — 29. April 2009 @ 07:37

  7. Wenn ich noch was anfügen darf zu Deinem Text:

    „Dass es sehr viele, wenn nicht gar mehr, Studien gibt die das Gegenteil aussagen und meist sogar von angeseheneren Instituten stammen, wird sicherlich bewusst ausser Acht gelassen werden.“

    Tja, als Näf im Interview mit GBase.ch auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht wurde, reagierte er mit folgenden Worten:

    „Das ist schlicht und einfach Quatsch. Recherchieren Sie bitte besser!“

    Man sieht, der Mann versteht es, sachlich auf Gegenargumente zu reagieren.😉

    Kommentar von Thomas — 29. April 2009 @ 07:43

  8. я считаю: мне понравилось.

    Kommentar von знакомства би Сочи — 18. Dezember 2009 @ 07:52


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